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Bilaterale Beziehungen Schweiz - Bulgarien

Die schweizerisch-bulgarischen Beziehungen sind freundschaftlich und intensivieren sich, nicht zuletzt dank eines 2011 gestarteten Zusammenarbeitsprogramms. Gemeinsame Interessen der beiden Länder liegen in der Förderung der Menschenrechte oder hinsichtlich der Stabilität auf dem Balkan. Bulgarien wird von Schweizer KMU-Unternehmern zunehmend als attraktiver Produktionsstandort erkannt.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Gegenseitige Besuche auf hohem Niveau sind deshalb meist in erster Linie dem Meinungsaustausch zu europäischen und internationalen Fragen gewidmet. 

Wichtigstes bilaterales Thema bildet die Umsetzung des Zusammenarbeitsprogramms im Rahmen des Erweiterungsbeitrags der Schweiz.

Seit 2011 betreut das regionale Konsular-Center in Bukarest (Rumänien) die konsularischen Anliegen der Schweizerinnen und Schweizer in Bulgarien.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Die Handelsbeziehungen sind noch relativ schwach. Die Schweiz gehört zu den zwölf wichtigsten Investorenländern in Bulgarien. Neben bereits seit vielen Jahren anwesenden Gross-Investoren entdecken in jüngster Zeit auch vermehrt KMU-Unternehmer Bulgarien als interessanten Produktionsstandort. Die zentrale Lage Bulgariens in Südosteuropa, die Stabilität der öffentlichen Finanzen sowie die EU-Mitgliedschaft Bulgariens spielen dabei eine wichtige Rolle.

Für die Förderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen stützt sich die Schweizer Botschaft in Sofia auf eine Partnerschaft mit der Bulgarisch-Schweizerischen Handelskammer BSCC.

Zusammenarbeit im Bildungs- und Forschungsbereich

Im Rahmen des Erweiterungsbeitrags der Schweiz an Bulgarien wird die Zusammenarbeit von schweizerischen und bulgarischen Universitäten und akademischen Institutionen bei Forschungsprojekten gefördert, zum Beispiel in der ökologischen Land- und Forstwirtschaft.

Forschende und Kulturschaffende aus Bulgarien können sich beim Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) um ein Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.

Schweizer Erweiterungsbeitrag

Bulgarien ist eines der zwölf neuen EU-Mitglied-Länder, die von der Schweiz durch einen «Erweiterungsbeitrag» unterstützt werden. Der Beitrag für Bulgarien beträgt insgesamt 76 Mio CHF. Der Rahmenvertrag mit Bulgarien für dieses bilaterale Zusammenarbeitsprogramm wurde im September 2010 in Bern unterzeichnet. Das Programm wird je zur Hälfte durch das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und die DEZA betreut. Die Realisierung der Projekte dauert bis 2019. Wichtige Themen sind umweltfreundliches Abfall-Management, Sicherheit, Förderung der Zivilgesellschaft, Integration von Minderheiten sowie Forschung.

Schweizerinnen und Schweizer in Bulgarien

Ende 2011 lebten leben 196 Schweizerinnen und Schweizer In Bulgarien. Viele von ihnen sind Doppelbürger.

Kulturaustausch

Private, zum Teil von Pro Helvetia unterstützte Projekte ermöglichen schweizerisch-bulgarische Kontakte in Musik, Sport und Tanz. Auch dank einiger Städtepartnerschaften wird das gegenseitige kulturelle Verständnis gefördert. Als Beispiel sei die langjährige Partnerschaft von Thun mit Gabrovo genannt, einer Stadt mitten im Balkangebirge.

Die schweizerische Botschaft legt das Schwergewicht auf Projekte im Rahmen der Francophonie. Bulgarien ist wie die Schweiz Mitgliedstaat der «Organisation Internationale de la Francophonie».

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Schweiz ist seit 1911 in Bulgarien vertreten. Damals wurde In Sofia ein Schweizer Konsulat errichtet.1936 erhielt es den Status einer Gesandtschaft.

Sitz der Schweizerischen Botschaft war zuerst Ankara. Seit 1945 befindet sich die schweizerische Vertretung in Sofia.