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Die Schweiz und Frankreich

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich sind eng und intensiv, besonders in den Grenzregionen. Die gemeinsame Sprache sowie der wirtschaftliche, kulturelle und menschliche Austausch verbinden die Länder.

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Frankreich ist ein prioritärer Partner der Schweizer Aussenpolitik. Zahlreiche bilaterale Abkommen sowie die Beziehungen der Schweiz zur Europäischen Union – insbesondere im Rahmen des Personenfreizügigkeitsabkommens – prägen den bilateralen Austausch.

Die Schweiz teilt mit Frankreich eine 600km lange Grenze. Entsprechend intensiv ist der grenzüberschreitende Austausch, sei dies rund um die Agglomeration Genf, dem Lac Léman, dem Espace Mont-Blanc oder im Raum Oberrhein und im Arc jurassien. Über160’000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger aus Frankreich arbeiten in der Schweiz.

Finanzfragen, Verkehrsinfrastrukturprojekte und der Flughafen Basel-Mulhouse (EuroAirport) sind Gegenstand der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Frankreich ist mit einem Aussenhandelsanteil von 7.8% (2011) der drittwichtigste Handelspartner der Schweiz. Das Handelsvolumen wuchs bis 2008 kontinuierlich an, verzeichnete in den letzten Jahren jedoch einen leichten Rückgang und betrug 2011 rund CHF 30 Mrd. (Handelsbilanzdefizit für die Schweiz 2011 von ca. 1 Mrd. CHF).

Mit einem Investitionsbestand von 31 Mrd. CHF Ende 2010 steht die Schweiz unter den ausländischen Investoren in Frankreich an siebter Stelle. Schweizer Firmen beschäftigen rund 160’000 Angestellte. Geographisch liegt das Schwergewicht der Schweizer Direktinvestitionen in den Grenzregionen und rund um Paris. Umgekehrt betragen die französischen Direktinvestitionen gegen 42 Mrd. CHF (Ende 2010); französische Unternehmen in der Schweiz bieten rund 44’000 Arbeitsplätze, davon über 90% in kleinen und mittleren Firmen.

Der Tourismus ist ein wichtiger Faktor der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern: So reisten 2011 gegen 680’000 Feriengäste aus Frankreich in die Schweiz. Im selben Jahr reisten über 5.5 Mio. Schweizerinnen und Schweizer nach Frankreich, was 7.1% aller Touristen ausmachte.

Zusammenarbeit im Bildungsbereich

Frankreich und der Schweiz pflegen wissenschaftliche Beziehungen im industriellen, im Bildungs- und im Forschungsbereich. Vertreter des Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und des französische Ministeriums für Hochschulwesen und Forschung (Ministère français de l’enseignement supérieur et de la recherche) besprechen regelmässig, den wissenschaftlichen Austausch und die Zusammenarbeit.

Französische und Schweizer Forschungsgruppen beteiligten sich gemeinsam mit vier von sechs Pilotprojekten an einer Flaggschiffinitiative der Europäischen Kommission, dem Rahmenprogramm im Bereich Future and Emerging Technologies (FET). 2013 werden Veranstaltungen im Bereich Innovationsförderung durchgeführt.

Schweizerinnen und Schweizer in Frankreich

2012 waren 186’615 Schweizer Staatsangehörige in Frankreich gemeldet; das ist die grösste Auslandskolonie der Schweiz.

Kulturaustausch

Die kulturellen Beziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich sind intensiv. Neben der Schweizer Botschaft organisiert vor allem Pro Helvetia über das «Centre culturel suisse» in Paris zahlreiche Events. Die zuständigen staatlichen Stellen treffen sich regelmässig zu Kulturgesprächen.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Seit dem Beginn des 16. Jahrhundert ist Frankreich durch einen Botschafter in der Schweiz vertreten. Die Schweiz eröffnete 1798 in Paris ihre erste Vertretung im Ausland. In Bordeaux gab es zudem schon früh ein Schweizer Konsulat. Ende des 19. Jahrhunderts war Frankreich der einzige Staat mit einer Gesandtschaft in Bern.