Landschaft und Lebensraum in der Schweiz
Geografie
Die Schweiz grenzt im Norden an die Bundesrepublik Deutschland, im Osten an Österreich und das Fürstentum Liechtenstein, im Süden an Italien und im Westen an Frankreich. Der Kleinstaat Schweiz ist ein Gebirgsland, das einen Teil der Zentralalpen und nördlichen Voralpen umfasst.
Geprägt von Gebirgs- und Hügelketten, Flüssen und Seen bietet das Land auf kleinstem Raum – 220km von Norden nach Süden und 348km von Westen nach Osten – eine interessante landschaftliche Vielfalt. Im Süden gedeihen am Lago Maggiore auf 192m über dem Meeresspiegel Palmen, während weniger als 100km entfernt auf den 48 Viertausendern das ganze Jahr Schnee liegt.
Der Jura, das Mittelland, die Voralpen und Alpen sowie die Alpensüdseite bilden die geografischen Haupträume des Landes.
Der Jura, ein flacher Gebirgsbogen aus Kalkstein vom Genfersee bis zum Rhein, bedeckt etwa 12% der Landesfläche. Auf einer Durchschnittshöhe von 700m liegen landschaftlich reizvolle Hochebenen, durchbrochen von querliegenden Flusstälern.
Im Mittelland leben auf nur etwa 23% der Fläche der Schweiz über 2/3 der Bevölkerung. Die topografischen und klimatischen Vorzüge des Mittellandes gegenüber den Gebirgen im Nordwesten und Süden machen es für Wirtschaft und Bevölkerung zum Schwerpunktgebiet des Landes.
Die Voralpen und Alpen bedecken 60% der Landesfläche. Mit einer Breite von etwa 200km und einer mittleren Höhe von 1'700m bilden die Alpen ein natürliches Hindernis und wirken als Klimaschranke. Nördlich der Alpen dominieren maritime Klimabedingungen mit relativ vielen, lokal unterschiedlich verteilten Niederschlägen. Auf der Alpensüdseite ist das Klima unter mediterranem Einfluss deutlich milder.
Das Gotthardmassiv im Zentrum der Schweizer Alpen ist eine kontinentale Wasserscheide: Der Rhein fliesst in die Nordsee, die Rhone ins westliche Mittelmeer, der Ticino (Po) ins Adriatische Meer und der Inn (Donau) ins Schwarze Meer. Weil verschiedene europäische Ströme ihren Ursprung in der Schweiz haben und wegen der vielen Flüsse und Seen wird die Schweiz auch das Wasserschloss Europas genannt.
Charakteristisch für die Alpen sind auch die Gletscher, die mit 1'300km2 beinahe 3% der Gesamtfläche von 41'284km2 bedecken. Der grösste Schweizer Gletscher ist der rund 23km lange Aletschgletscher, der zum Unesco-Weltnaturerbe "Jungfrau Aletsch Bietschhorn" gehört. Die globale Erwärmung wirkt sich besonders stark auf die Gebirgsregionen aus, so auch auf die Schweizer Alpen.
Verkehrsverbindungen Nord-Süd
Die vielen Bergpässe bilden seit jeher günstige Verkehrsverbindungen über die Alpen. 1882 wurde mit dem Gotthard-Eisenbahntunnel die direkteste alpenquerende Verbindung zwischen Italien und Nordeuropa geschaffen. Seit 1980 führt an der gleichen Stelle auch ein 17km langer Strassentunnel durch die Alpen. Zurzeit ist ein Eisenbahn-Basistunnel (Neat) im Bau, der den Transitverkehr zwischen Nord- und Südeuropa zusätzlich erleichtern wird.
Mit einer Bevölkerungsdichte von rund 240 Einwohnern pro km2 produktive Fläche ist die Schweiz dicht besiedelt. Die Bevölkerungsverteilung über das ganze Land ist jedoch sehr unterschiedlich. Der Umweltschutz und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen ist den Schweizerinnen und Schweizern ein Anliegen.
