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Reisehinweise Peru

Letzte Aktualisierung: 12.04.2012
Unverändert gültig:  

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Grundsätzliche Einschätzung
Spezifische regionale Risiken
Kriminalität
Verkehr und Infrastruktur
Besondere rechtliche Bestimmungen
Kulturelle Besonderheiten

Naturbedingte Risiken
Gesundheit
Nützliche Adressen

Grundsätzliche Einschätzung

Im ganzen Land muss jederzeit mit Streiks, Demonstrationen und Verkehrsblockaden gerechnet werden.  Dabei kommt es sehr häufig zu Gewaltanwendung. Verspätungen und Behinderungen des Reiseverkehrs können die Folge sein. Strassenblockaden sind am häufigsten und legen manchmal den Verkehr auf den Hauptachsen während Tagen lahm. Es sind aber auch vereinzelte Blockaden des Schienen- und Flugverkehrs möglich.
Im Falle von Verkehrsblockaden und Streiks bleibt den Reisenden nichts anderes übrig, als sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten zu erkundigen und gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abzuwarten. Die schweizerische Botschaft in Lima hat bei Blockaden nur eng begrenzte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Unterstützung der Ausreise aus den betroffenen Regionen. Versuchen Sie nicht, Strassenblockaden zu passieren, da dies zu gewaltsamen Reaktionen führen kann.

Die Kriminalitätsrate ist hoch. Besonders gross ist die Gefahr in Gebieten, wo Drogen angebaut werden, und die häufig von der Mafia des Narco-Terrorismus kontrolliert werden. Siehe Kapitel "spezifsche regionale Risiken".
Im Kampf gegen die Guerilla und Drogenbanden sowie bei Unruhen können die Behörden kurzfristig den Ausnahmezustand und Ausgangssperren über die betroffenen Gebiete verhängen.

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien, bei Ihrem Reiseveranstalter, einem lokalen Reisebüro oder der peruanischen Touristenpolizei über die aktuelle Lage in Ihrem Zielgebiet und die Durchführbarkeit der geplanten Reise. Meiden Sie Regionen, in denen Spannungen auftreten sowie generell Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen jeder Art. Halten Sie sich an die Anweisungen der lokalen Behörden (Ausgangssperren etc.). Für Reisen im Landesinnern sollte vorzugsweise das Flugzeug benutzt werden.
Individualreisenden wird empfohlen, die Schweizerische Botschaft in Lima über ihren Aufenthalt zu informieren und folgende Angaben mitzuteilen: Personalien, Reiseplan sowie Kontaktadressen in Peru und in der Schweiz.
lim.vertretung@eda.admin.ch



Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Amazonas-Gebiet: Im Streit um die Landrechte zwischen Indianern und der Regierung kommt es immer wieder zu Strassenblockaden und Zusammenstössen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften. Anfang Juni 2009 forderten im Departement Amazonas Unruhen zahlreiche Todesopfer und Verletzte. Die Lage ist gespannt. Unternehmen Sie Reisen ins Amazonas-Gebiet in Begleitung eines ortskundigen Reiseführers, und vergewissern Sie sich, dass er die aktuelle Sicherheitslage abgeklärt hat. Lassen Sie grösste Vorsicht walten.

Cusco und Umgebung: In Cusco und Umgebung kommt es besonders häufig zu Demonstrationen und Blockaden der Eisenbahn- und Strassenverbindungen. Die Demonstranten sind Ausländern gegenüber oft feindlich gesinnt. Beachten Sie die Informationen im Kapitel grundsätzliche Einschätzung, und lassen Sie grösste Vorsicht walten.

Puno und Umgebung: In Puno und Umgebung sind Streiks häufig. Wiederholt ist es zu Gewalttaten gekommen. Zeitweise blockieren die Streikenden die Verkehrsverbindungen. Beachten Sie die Informationen im Kapitel grundsätzliche Einschätzung, und lassen Sie grösste Vorsicht walten.

Täler des Rio Ene und des Rio Apurímac (Regionen Ayacucho und Junín): Wegen des Drogenanbaus haben sich diese beiden Täler und ihre Einzugsgebiete praktisch zu einem rechtsfreien Raum entwickelt; die Sicherheitslage ist prekär. Die Trekking-Routen zur Ruinenstadt Choquequirao passieren das Apurímac-Tal. Auf dieser Route sind wiederholt Touristen von schwerbewaffneten Männern überfallen worden, die sich als Mitglieder der MRTA (Movimiento Revolucionario Tupac Amaru) ausgaben, einer marxistischen Bewegung. Von Reisen in diese Gebiete wird abgeraten.

Cordillera Huayhuash: In den Gebieten nördlich und nordöstlich von Huánaco haben bewaffnete Banden wiederholt Touristen brutal überfallen. Vereinzelte Überfälle sind aber auch aus anderen Regionen der Cordillera gemeldet worden. Es wird abgeraten von Reisen in die Gebiete der Cordillera Huayhuash, die nördlich und nordöstlich von Huánaco liegen. In den übrigen Gebieten ist grosse Vorsicht geboten.

Grenzgebiet zu Ecuador: Teile des Grenzgebiets sind noch vermint, besonders in der Nähe militärischer Einrichtungen. Halten Sie sich strikt an die asphaltierten und häufig benutzten Strassen. Zum Schutz vor terroristischen Anschlägen wurden Ende der 80er Jahre zahlreiche Masten von Hochspannungsleitungen mit Minen gesichert. Solche Minenfelder sind in der Regel markiert.



Kriminalität

Die Kriminalität, besonders die Gewaltkriminalität, hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Taschen-, Entreissdiebstähle usw. sind häufig und werden teilweise von gut organisierten Banden ausgeführt, die sich gezielt Ausländer als Opfer aussuchen. Spezielle Vorsicht ist in den grösseren Städten, den Flughäfen, Busterminals und Bahnhöfen sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln geboten. Fahrzeugentführungen und bewaffnete Raubüberfälle (z.B. auch auf Überlandbusse) sind keine Seltenheit. Auch Überfälle auf Taxipassagiere kommen vor; dabei werden die Opfer oft vorübergehend festgehalten, ausgeraubt und zu Bargeldbezügen mit der Kreditkarte gezwungen. Vermehrt werden Geschäftsleute zur Erpressung von Lösegeldern entführt. Offenbar werden die Opfer vorher längere Zeit beobachtet, so dass vor allem lokal ansässige Personen bedroht sind und solche, die sich längere Zeit in derselben Stadt aufhalten.
In Lima und anderen Touristendestinationen hat die Polizei spezielle Anlaufstellen für ausländische Besucher eingerichtet (Policia de Turismo).

Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck usw.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Deponieren Sie Wertsachen und Ausweispapiere im Hotelsafe. Tragen Sie jedoch immer eine Fotokopie des Passes auf sich.
  • Die Kriminalitätsrate kann je nach Ortschaft und Stadtteil erheblich variieren. Informieren Sie sich an Ihren Aufenthaltsorten bei Bekannten, Geschäftspartnern oder im Hotel über die lokalen Gegebenheiten, und erkundigen Sie sich, ob es Quartiere gibt, die gemieden werden sollten.
  • Seien Sie in den Stadtzentren von Lima, Cusco, Arequipa und Puno nach Einbruch der Dunkelheit wegen erhöhter Überfallgefahr besonders vorsichtig und halten Sie sich an die beleuchteten und belebten Strassen.
  • Setzen Sie Ihre Kreditkarte mit Vorsicht ein, denn Missbrauch ist verbreitet.
  • Reisen Sie vorzugsweise in Gruppen und nur tagsüber. Besonders Frauen wird davon abgeraten, alleine unterwegs zu sein, da Sexualdelikte relativ häufig sind. Als besonders gefährlich gilt Cusco.
  • Von Camping wird abgeraten. Es kommen auch nächtliche Raubüberfälle auf billige Hotels und Pensionen vor. Schenken Sie bei der Wahl der Unterkunft dem Sicherheitsaspekt besondere Aufmerksamkeit; zu grosse Sparksamkeit kann Ihre Sicherheit beeinträchtigen.
  • Leisten Sie bei einem Raubüberfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch.
  • Es kommt vor, dass Kriminelle sich als Polizisten / Drogenfahnder ausgeben. Steigen Sie deshalb nie in ein unmarkiertes "Polizeiauto", verlangen Sie den Polizeiausweis und die sofortige Kontaktnahme mit der schweizerischen Botschaft in Lima.
  • Es ist generell nicht ratsam, allein in ein Taxi zu steigen. Benutzen Sie v.a. in Lima, Cusco und Arequipa nur offizielle (gelbe) oder Hotel-Taxis. Im Flughafen Jorge Chávez in Lima sollten Taxis unbedingt an einem Taxi-Schalter in der Halle der internationalen Ankünfte gebucht werden.
  • Schliessen Sie sich für Wanderungen und Exkursionen einer Gruppe an, die von einem anerkannten Reisebüro organisiert und von einem ortskundigen Führer begleitet wird. Dies gilt auch für den Inka-Trail von Cusco nach Machu Picchu.
  • Lehnen Sie die Angebote von selbsternannten "Reiseführern" ab. Informieren Sie sich bei der Touristenpolizei über zugelassene Reiseagenturen und Unterkünfte. Oft geben sich Diebe als Reiseführer oder als Vertreter von Reisebüros oder Hotels aus. Diese Täuschungsversuche können überall vorkommen, sind aber in den grösseren Flughäfen und in Puno besonders häufig.

In den peruanischen Gewässern ist es wiederholt zu Piratenüberfällen gekommen. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
Piraterie



Verkehr und Infrastruktur

Der teilweise schlechte Strassenzustand, mangelhaft gewartete Fahrzeuge und das unvorhersehbare Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer bilden ein erhebliches Unfallrisiko. Vor allem im Landesinnern sind Busunfälle häufig. Verzichten Sie deshalb auf nächtliche Überlandfahrten. Für lange Überlandstrecken benutzen Sie vorzugsweise das Flugzeug. Besonders während der Regenzeit (Januar bis Mai) kommt es vor, dass die Verkehrsverbindungen in den Bergen durch Erdrutsche unterbrochen werden.
Wegen der Risiken im Strassenverkehr und der häufigen Strassensperren sollten landesunkundige Personen generell auf Überlandfahrten mit einem Mietwagen verzichten.

Bei Touristenflügen über den Nazca-Linien kommt es immer wieder zu gefährlichen Zwischenfällen, da die Flugzeuge teilweise alt und schlecht gewartet sind. Am 9. April 2008 stürzte ein Kleinflugzeug ab. Auch im Jahr 2010 kamen mehrere Touristen bei Flugunfälle ums Leben.

Die Qualität der Sicherheitsvorkehrungen und des Materials im Bereich von Risikosportarten ist sehr unterschiedlich (Sanddünen-Buggies, River-Rafting, Bergsteigen etc.). Informieren Sie sich bei den lokalen Anbietern über die Sicherheitsmassnahmen und prüfen Sie die Sportgeräte.



Besondere rechtliche Bestimmungen
Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigen Gefängnisstrafen geahndet. Die Haftbedingungen in Peru sind äusserst hart.
Beim Verlassen des Landes ist zu beachten, dass in der Schweiz (und in zahlreichen anderen Ländern) die Einfuhr von Koka-Teeblättern oder Koka-Teebeuteln ohne Bewilligung des Bundesamtes für Gesundheit verboten ist.

Kulturelle Besonderheiten

Besuchen Sie Indianerstämme nur mit deren Einverständnis und respektieren Sie die lokalen Bräuche und Eigenheiten. Fotografieren Sie Personen nur mit deren Einverständnis.

Naturbedingte Risiken

Peru liegt in einem Erdbebengebiet.
Das Land ist geprägt von verschiedenen Zonen mit teils extremen geologischen und klimatischen Bedingungen: Wüste, Urwald, Hochgebirge, Vulkane (im Süden). Lassen Sie sich auf Wanderungen, Bergtouren und bei der Ausübung von Risikosportarten von ortskundigen, qualifizierten Führern begleiten. Beachten Sie auch die Warnungen und Instruktionen der Behörden (z.B. Absperrungen um aktive Vulkane, Evakuationsbefehle).

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die schweizerische Botschaft in Lima.

Gesundheit
Ausserhalb der Grossstädte ist die medizinische Versorgung unzureichend.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Neben anderen (Tropen-)Krankheiten tritt auch Tuberkulose auf. In den Anden sollten die Symptome der Höhenkrankheit nicht unterschätzt werden.

Nützliche Adressen

Notruf Touristenpolizei Lima-Nord: Tel. 01-423 35 00
Notruf Touristenpolizei Lima-Süd: Tel. 01-460 08 44

Telefon-Nr. Iperú : Touristeninformation und Assistenz
Telefonzentrale 24 Stunden : 574-8000

Ancash - Huaraz: 043 42 88 12
Arequipa: 054 22 32 65, 054 44 45 64 (Flughafen)
Ayacucho: 066 31 83 05
Chachapoyas: 041 47 72 92
Cusco: 084-23 51 21, 084-25 29 74
La Libertad - Trujillo: 044 29 45 61
Lambayeque - Chiclayo: 074 20 57 03
Lima, Larcomar Miraflores: 01 445 94 00
Lima, San Isidro: 01 421 16 27
Loreto-Iquitos: 065 23 61 44
Piura: 073 32 02 49
Puno: 0951-973 682, 051-36 50 88
Tacna: 052 42 55 14
Tumbes: 952 268 085

Schweizerische Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizerische Vertretung wenden.
  • Schweizerische Vertretungen im Ausland


  • Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
  • Ausländische Vertretungen in der Schweiz
  • Ausschluss der Haftung
    Beachten Sie auch die zusätzlichen, allgemein gültigen Reise-Informationen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.
    Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
    Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.