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Schutz in den Herkunftsregionen
Drei Viertel der über 10 Millionen Flüchtlinge weltweit befinden sich in Afrika, Lateinamerika, Asien und im Nahen und Mittleren Osten – häufig in Entwicklungsländern, die nicht über genügend Kapazitäten verfügen, um eine grosse Anzahl Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen einen wirksamen Schutz zu gewähren. Viele Flüchtlinge und andere schutzbedürftige Personen sehen sich deshalb gezwungen, auf einem meist gefahrvollen Weg in andere Länder und Regionen weiterzuwandern.
Mit dieser Realität konfrontiert, hat sich die Schweiz entschlossen, spezifische Programme zur Stärkung des Schutzes von Flüchtlingen in den Herkunftsregionen („Protection in the Region“) zu lancieren.
Das schweizerische Engagement im Rahmen von „Protection in the Region“ soll dazu beitragen, dass Flüchtlinge möglichst schnell einen wirksamen Schutz in ihren Herkunftsregionen finden und Erstaufnahmeländer unterstützt werden, diesen Personen den notwendigen Schutz zu gewähren. Dies soll zu einer Verringerung der irregulären Weiterwanderung beitragen und kann somit zu einer Abnahme von Asylgesuchen in der Schweiz führen.
Um diese Ziele zu erreichen ist unter anderem geplant, nationale Behörden und zivilgesellschaftliche Akteure beim Aufbau eines fairen und effizienten Asylverfahrens und bei der Verbesserung der Lebensbedingungen von Flüchtlingen zu unterstützen.
Vorgesehen sind zudem Massnahmen, um dauerhafte Lösungen zu finden. Dazu zählen die Erleichterung der freiwilligen Rückkehr in die Heimat – unter der Voraussetzung, dass dies in Sicherheit und Würde geschieht –, die Förderung einer nachhaltigen lokalen Integration und die Aufnahme von Kontingentsflüchtlingen in Drittstaaten.
Die Erarbeitung und Umsetzung des schweizerischen Konzeptes „Protection in the Region“ stützt sich auf eine interdepartementale Koordination und Kooperation („whole of government approach“). Die involvierten Akteure sind insbesondere das Bundesamt für Migration, die Politische Abteilung IV sowie die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit.
In zwei Ländern hat die konkrete Umsetzung von «Protection in the Region» bereits begonnen: in Jemen, einem wichtigen Aufnahme- und Transitland von Flüchtlingen und Migranten aus dem Horn von Afrika, und in Syrien, wo der Fokus auf den Flüchtlingen aus dem Irak liegt.
